Fragen und Antworten in Zeiten von Corona

Wird die Vereinbarung ungültig, wenn Freiwillige aus dem Ausland nicht einreisen können?

Antwort

In vielen Ländern erhalten Freiwillige derzeit kein Visum von der deutschen Botschaft, um nach Deutschland einzureisen und ihren Freiwilligendienst anzutreten. Die Vereinbarung bleibt dennoch gültig, da die Verzögerung nicht im Verschulden des/der Freiwilligen liegt.

Was also tun, wenn die Einreise womöglich über Monate hin oder in diesem Jahrgang gar nicht möglich ist?

BFD: Im BFD hat jede Einsatzstelle beim Bundesamt eine Anzahl von Plätzen, die nicht überschritten werden darf. Wenn eine Einsatzstelle noch freie Plätze hat, kann sie weitere Vereinbarungen mit Freiwillige abschließen. Wenn hingegen alle Plätze schon belegt sind, ist es möglich, eine Platzzahlerhöhung zu beantragen. Das Bundesamt möchte damit ermöglichen, dass Freiwillige in Einsatzstellen starten können.

Bitte wenden Sie sich an die Sachbearbeiterinnen Frau Wildmann oder Frau Boden, die sie gerne beraten.

FSJ: Im FSJ müssen Platzzahlerhöhungen nicht formal beantragt werden. Wenden Sie sich an das pädagogische Team, dass sie noch eine*n Freiwilligen einstellen wollen. 

Was passiert, wenn die Situation sich verbessert und Einreisen dann doch möglich sind?

Die Freiwilligen haben dann ein Anrecht auf den Platz und können starten.
Einsatzstellen, die mehr Freiwillige beschäftigen können, haben einfach mehr Unterstützung als ursprünglich geplant.
Einsatzstellen, die keine zusätzlichen Freiwillige beschäftigen können, sollten vorab Kontakt mit den Freiwilligen im Ausland aufnehmen und die Situation klären. Sie könnten dann vereinbaren, den Start in den neuen Jahrgang zu verschieben und die aktuelle Vereinbarung im Einverständnis mit dem/der Freiwilligen auflösen. 

Hinweise zur Situation in den Ländern erhalten Sie auf den Seiten des Auswärtigen Amtes oder der deutschen Botschaft des Landes. 

Schulen und Kindergärten sind aufgrund der Anweisungen von Landesbehörden geschlossen

Antwort

Bei der Schließung von Einsatzstellen können die Freiwilligen weiterhin in die Einsatzstelle zum Dienst kommen, wie die anderen Beschäftigen auch. Alternativ kann auch eine Freistellung unter Fortzahlung von Taschengeld etc. erfolgen. 

Zwangsurlaub oder eine unbezahlte Freistellung hat der Bund in seinem Schreiben vom 16. März explizit ausgeschlossen. Im BFD werden daher auch bei einer Schließung der Einsatzstelle die Zuschüsse für Taschengeld vom Bundesamt weiter ausbezahlen.

Bei einer/einem Freiwilligen besteht Verdacht auf Infektion mit Corona

Antwort

Hier greifen die Maßnahmen, die auch im Falle in der Einsatzstelle für das festangestellte Personal gelten.

Wenn Freiwillige an Corona erkrankt sind, so gelten die auch sonst geltenden Abläufe einer Erkrankung, Fortzahlung von Taschengeld 6 Wochen lang. Danach erhält die/der Freiwillige Krankengeld.

Im BFD besteht kein Anspruch nach § 56 Infektionsschutzgesetz, weil das Bundesamt die Zuschüsse zum Taschengeld und SV nicht einstellt.

Im FSJ ist zu unterscheiden, ob Drittmittel für die Finanzierung geleistet werden, die weiterfließen. Ist dies der Fall, besteht auch hier kein Anspruch. 

Ist dies nicht der Fall und der Ausfall ist nicht nur kurzfristig, kann die Einsatzstelle versuchen, einen Antrag nach § 56 IfSG zu stellen. Der Paritätische stellt der Einsatzstelle gerne die erforderlichen Unterlagen (Gehaltsnachweis) zur Verfügung. 

 

Freiwillige möchten über 18 Monate hinaus verlängern, weil sie sich für die Bekämpfung von Corona einsetzen wollen

Antwort

Ein Freiwilligendienst kann maximal 24 Monate ausgeübt werden. Eine Verlängerung über 18 Monate hinaus muss in einem besonderen pädagogischen Konzept begründet sein. Wenn sich Freiwillige im Einsatz gegen die Corona-Pandemie engagieren, ist nun auch hier eine Verlängerung möglich.

 

BFD: Das Bundesministerium ermöglicht Freiwilligen und Einsatzstellen eine Verlängerung des Dienstes über 18 Monate hinaus bis max. 24 Monate, wenn Freiwillige sich gegen die Pandemie engagieren. So kann ggf. auch ein späterer Start ins Studium, in die Ausbildung sinnvoll überbrückt werden. 

FSJ: Dieselbe Regelung gilt bis auf Weiteres auch für das FSJ.

Wenn Sie als Freiwillige*r oder Einsatzstelle an einer Verlängerung über 18 Monate hinaus interessiert sind, wenden Sie sich an Ihre pädagogische Fachkraft im Paritätischen oder an die Zentrale in München.

Freiwilligendienst als Lern- und Orientierungsdienst

Freiwilligendienste sind eine besonderen Form des bürgerschaftlichen Engagements. Sie sind als Lern- und Orientierungsdienst gesetzlich geregelt und unterscheiden sich dadurch in der Ausgestaltung von anderen Formaten des Bürgerschaftlichen Engagements.

Der Paritätische in Bayern bietet die beiden Formate FSJ und BFD an. In beiden Formaten erhalten Freiwillige die Chance, sich in einer sozialen Einrichtung zu engagieren, unter Anleitung erste Einblicke in das Berufsfeld zu bekommen und ihre Persönlichkeit durch den Alltag in ihrem Einsatzbereich und während der Bildungstage beim Träger weiter zu entwickeln.

Die Einsatzstellen und Träger teilen sich Bildungsarbeit für die Freiwilligen. In den Einsatzstellen lernen die Freiwilligen unter Anleitung einer qualifizierten Fachkraft in der Praxis und durch Reflexionsgespräche das Einsatzfeld kennen. Die pädagogischen Fachkräfte des Paritätischen in Bayern organisieren die Seminare und gewährleisten in enger Kooperation mit den Einsatzstellen die individuelle pädagogische Begleitung auch außerhalb der Seminare.

 

Zusammenarbeit von Einsatzstelle und Paritätischem

Die Einsatzstellen und Träger teilen sich Bildungsarbeit für die Freiwilligen. In den Einsatzstellen lernen die Freiwilligen unter Anleitung einer qualifizierten Fachkraft in der Praxis und durch Reflexionsgespräche das Einsatzfeld kennen. Die anleitende Fachkraft ist die erste Ansprechperson für die Freiwilligen, sie führt sie in die Arbeit an und steht aber auch für Fragen und bei Schwierigkeiten beratend zur Seite.

Die pädagogischen Mitarbeiter/innen des Paritätischen in Bayern organisieren die Seminare und gewährleisten in enger Kooperation mit den Einsatzstellen die individuelle pädagogische Begleitung auch außerhalb der Seminare. Dazu zählt mindestens ein Einsatzstellenbesuch, in dem ein gemeinsames Gespräch mit der anleitenden Fachkraft und dem/der Freiwilligen geführt wird. Die pädagogische Mitarbeiter/innen vermitteln insbesondere auch bei Schwierigkeiten mit den Freiwilligen oder in der Einsatztstelle und suchen nachh gemeinsam mit allen Beteiligten nach tragbaren Lösungen.

 

Fragen und Antworten

Wer kann Einsatzstelle beim Paritätischen werden?

Antwort

Soziale Einrichtungen, insbesondere Einrichtungen für Kinder- und Jugendhilfe, einschließlich der Einrichtungen für außerschulische Jugendbildung und Jugendarbeit, Einrichtungen der Wohlfahrts-, Gesundheits- und Altenpflege sowie der Behindertenhilfe.

Welche Voraussetzungen muss eine Einrichtung erfüllen, um als Einsatzstelle anerkannt zu werden?

Antwort

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt werden, um als Einsatzstelle anerkannt zu werden:

  • Die Einrichtung ist gemeinwohlorientiert.
  • Die Freiwilligen werden als zusätzliche Hilfskräfte eingesetzt.
  • Die Einrichtung hält geeignete Tätigkeiten und Lernfelder mit überwiegend praktischen Hilfstätigkeiten bereit.
  • Die Einrichtung verpflichtet sich, die Arbeitsmarktneutralität zu wahren.
  • Die Einrichtung sorgt für eine fachliche Anleitung und kontinuierliche Begleitung der Freiwilligen. Dafür beauftragt sie eine qualifizierte Fachkraft.
  • Die Einrichtung gewährleistet die Freistellung für die Bildungstage.
  • Beteiligung / Übernahme der Kosten für die Freiwilligen.
  • Vertragsabschluss zur Durchführung des FSJ bzw. BFD mit dem Paritätischen in Bayern.

 

 

Welchen Nutzen haben Einsatzstellen von Freiwilligen?

Antwort

Einsatzstellen erhalten durch engagierte Freiwillige zusätzliche Hilfskräfte, durch die sie die Betreuungsqualität ihrer Klientinnen und Klienten verbessern.  Durch die aktive Einbindung ins Team und Mitgestaltungsmöglichkeiten für die Freiwilligen erhalten die Einsatzstellen Anregungen für die eigene Arbeit. Rund 50% der Freiwilligen entscheiden sich nach einem FSJ oder BFD für einen sozialen Beruf. Insofern sind die Freiwilligendienste auch eine Möglichkeit, gezielt Nachwuchskräfte zu gewinnen.

Wie wird man Einsatzstelle?

Antwort

Einrichtungen, die Freiwillige als zusätzliche Hilfskräfte beschäftigen möchten, müssen sich als Einsatzstelle anerkennen lassen. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben bestehen in den Formaten FSJ und BFD unterschiedliche Anerkennungsverfahren. Näheres dazu wird bei den jeweiligen Formaten beschrieben.

 

FSJ

FREIWILLIGES SOZIALES JAHR

 

Anerkennungsverfahren im FSJ

Im Jugendfreiwilligendienst gewährleistet der Träger die rechtmäßige Durchführung des FSJ.

Zu den grundlegenden Aufgaben gehört es, geeignete Einsatzstellen für Freiwillige zu akquirieren, Freiwillige in Einrichtungen zu vermitteln und gemeinsam mit diesen das FSJ durchzuführen.

Das Anerkennungsverfahren für die Einsatzstelle liegt in der Verantwortung des Paritätischen in Bayern.

Im FSJ sind die Einsatzstelle, der bzw. die Freiwillige und der Träger Vertragspartner.

Interessierte Einrichtungen wenden sich in den Regionalstellen des FSJ im Allgäu, München, Nürnberg, Regensburg oder Würzburg und klären, ob derzeit Kapazitäten für neue Einsatzstellen bestehen.

Bei einer Zusage erhalten Sie Informations­material (siehe auch Download-Bereich).

Ein/e pädagogische Mitarbeiter/in des Paritätischen besucht die Einrichtung zum gegenseitigen Kennenlernen, zur Überprüfung der Voraus­setzungen und Abklärung der Erwartungen.

Die Anerkennung mündet in einen zweiseitigen Rahmenvertrag, den beide Vertrags­partner mit ihrer Unterschrift bestätigen, der Sie berechtigt, Freiwillige im FSJ zu beschäftigen

BFD

BUNDESFREIWILLIGENDIENST

 

Anerkennungsverfahren im BFD

Im Bundesfreiwilligendienst tragen die Zentralstellen dafür Sorge, dass die ihnen angehörenden Träger und Einsatzstellen ordnungsgemäß an der Durchführung des Bundesfreiwilligen­dienstes mitwirken.

Für den Paritätischen in Bayern ist der Paritätische Gesamtverband die Zentralstelle. Alle paritätischen Einsatzstellen im BFD müssen sich daher dem Paritätischen Gesamtverband als Zentralstelle zuordnen, um Einsatzstelle im BFD werden zu können.

Die Einsatzstellen durchlaufen ein Anerkennungsverfahren beim Bundesamt.


Im BFD sind der bzw. die Freiwillige und der Bund Vertragspartner. Einsatzstelle und der Träger bestätigen mit ihrer Unterschrift lediglich das Einverständnis mit der Vereinbarung.

Anerkennungsverfahren:
Interessierte Einrichtungen wenden sich in den Regionalstellen des BFD im Allgäu, München, Nürnberg, Regensburg oder Würzburg und klären, ob derzeit Kapazitäten für neue Einsatzstellen bestehen.  Kontakte

Bei einer Zusage erhalten Sie Informationsmaterial (siehe auch Download-Bereich) und ordnen sich dem Paritätischen als Zentralstelle zu. Dies kann bis zu 3 Monate dauern.

Im Downloadbereich steht das Antragsformular „Anerkennung als Einsatzstelle im Bundesfreiwilligen­dienst“ bereit. Füllen Sie den Vordruck bitte aus und fügen Sie die dort geforderten Unterlagen bei. Den fertigen Antrag senden Sie bitte an die Geschäftsstelle des Paritätischen, Abteilung Freiwilligendienste.

Bei Fragen stehen die Sachbearbeiterinnen des Bundesfreiwilligendienstes beratend zur Seite.

Die Sachbearbeiterinnen prüfen nach Eingang das Antragsformular und leiten es über die Zentralstelle an das Bundesamt weiter.

Nachdem der Antrag im Bundesamt eingegangen ist, erhält die Einrichtung eine Einsatzstellennummer. Diese Nummer dient fortan als Aktenzeichen. Das Bundesamt prüft, ob Ihre Einrichtung die Voraus­setzungen für den Einsatz und die Betreuung Freiwilliger erfüllt. Falls sich aus Ihren Unterlagen Fragen ergeben, wird sich die Bearbeiterin oder der Bearbeiter des Bundesamtes mit Ihnen in Verbindung setzen.

Sind alle Fragen geklärt, erhalten Sie einen Bescheid über die Anerkennung oder die Ablehnung Ihres Antrags. Ein Anerkennungsbescheid berechtigt Ihre Einrichtung, Freiwillige im Bundesfreiwilligendienst zu beschäftigen.

Download

Infos

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Hier finden Sie Unterlagen zur Anerkennung, Vereinbarungen  etc